Sie sind einfach die Besten: Laura Ludwig (rechts) und Kira Walkenhorst

05Aug2017

Beach-WM: Der nächste Goldcoup des großartigen Duos Ludwig/Walkenhorst

Als der letzte Ball im prall gefüllten Stadion auf der Donauinsel in den heißen Sand gefallen war, schnappten sich Laura Ludwig und Kira Walkenhorst nach einer langen und innigen Umarmung eine Deutschlandfahne. Laura Ludwig entriss dem Moderator das Mikrophon und schrie ihren Triumph mit ohrenbetäubender Lautstärke raus: „World Champion, yeaaaah.“ Die Partnerin des Energiebündels aus Berlin ließ es wie immer ein bisschen ruhiger angehen: „Wir sind Olympiasieger und Weltmeister, es ist einfach unfassbar.“

Stimmt haargenau, was dieses Team auch unter widrigen Umständen zu leisten imstande ist, kann mit den üblichen Superlativen nur unzureichend beschrieben werden. Ludwig/Walkenhorst gewannen das WM-Finale in der österreichischen Landeshauptstadt das Finale gegen Lauren Fendrick und April Ross mit 2:1 (19:21, 21:13, 15:9) und lieferten sich mit ihren amerikanischen Herausforderinnen einen spektakulären Schlagabtausch auf höchstem Niveau. Für den Sieg wurde das deutsche Vorzeigeduo nicht nur mit Gold, sondern auch noch mit 60.000 Dollar Preisgeld belohnt.

Vor allem der erste Durchgang bot alles, was die Sportart Beachvolleyball so attraktiv macht. Das Team aus den USA spielte stärker, als das zu erwarten war und brachte Ludwig/Walkenhorst vor allem mit ihren gefährlichen Aufschlägen immer wieder in Bedrängnis. Die Deutschen kämpften, aber sie schafften es in dieser Phase des Endspiels nicht, dem Gegner wie gewohnt ihr Spiel aufzuzwingen. Das Spiel hakte, signifikant war der Satzball, bei dem das gegnerische Service zwischen den beiden Spielerinnen in den Sand fiel.

Ein „Husband-and-Wife-Ball“ zum Satzverlust, daran würden viele Teams knabbern.

Nicht jedoch Laura Ludwig und Kira Walkenhorst, die sich nicht nur auf ihre taktischen und athletischen Tools verlassen können, sondern auch auf ihre ungeheure mentale Stärke. In der Folgezeit stabilisierten sie ihren Auftritt und brachten die Amerikanerinnen dazu, Fehler zu machen. Nicht nur der Bereich Block-Feldabwehr funktioniert nun reibungsloser, auch das Zuspiel kam präziser.

Kira Walkenhorst, die einmal mehr mit ihrer ungeheuren Netzpräsenz brillierte, war es vorbehalten, das Spiel zu beenden: Sie wehrte einen Angriff mit einem Poke ab und verwandelte unter dem ohrenbetäubenden Jubel von 10.000 Zuschauern das Zuspiel ihrer Partnerin. Der Rest war Jubel über eine Leistung, die nach all den Verletzungs- und Krankheitssorgen in diesem Jahr nicht hoch genug zu bewerten ist. Platz drei ging an die brasilianischen Weltranglistenersten Larissa und Talita, die das kanadische Duo Pavan/Humana-Peredes in drei Sätzen bezwangen. 

Von:  fex

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