VfB-Kapitän Simon Tischer und Supercup-MVP Athanasios Protopsaltis. Foto: Sebastian Wells

08Okt2017

Supercup: Friedrichshafen gelingt Titelverteidigung

Der VfB Friedrichshafen hat den Supercup fest in der Hand, denn nach 2016 holte sich der VfB auch in diesem Jahr den 3.650 Gramm schweren Pokal erneut an den Bodensee. Im ewigen Duell der Giganten zwischen Friedrichshafen und den Berlin Recycling Volleys setzten sich die Häfler am Sonntag mit 3:1 (23:25, 25:18, 25:18, 25:19) in der Hannoveraner TUI-Arena durch.

Die 5.796 Zuschauer bekamen schon beim ersten Höhepunkt der Saison einen echten Leckerbissen zu sehen, bei dem der VfB das Spiel nach verlorenem ersten Satz doch noch drehte. Überragender Akteur beim Sieger war der 24-jährige Athanasios Protopsaltis, der von den Zuschauern auch als MVP auserwählt wurde. Der Grieche erzielte 14 Punkte, nur David Sossenheimer war mit 18 Zählern noch etwas besser.

Dabei musste VfB-Trainer Vital Heynen auf seinen bulgarischen Neuzugang Martin Atanasov (Schulterverletzung). In VfB-Team hatte Kapitän Simon Tischer in der Anfangsformation noch Daniel Malescha, David Sossenheimer, Athanasios Protopsaltis, Philipp Collin und Jakob Günthör neben sich auf dem Feld. Als Libero setzte Heynen gewohnt auf die Abwehrkünste von Markus Steuerwald. Auf der gegenüberliegenden Seite vertraute der Australier Luke Reynolds in seinem ersten Pflichtspiel an der BR Volleys-Seitenlinie auf Kapitän Robert Kromm, Adam White, Paul Caroll, Sebastian Kühner, Graham Vigrass, Aleksandar Okolic und Libero Luke Perry.

Es waren dann auch die Berliner Spieler, die im ersten Satz des Spiels die Akzente setzten und vor allem in der Endphase die Nerven behielten: 25:23 hieß es aus Sicht der Hauptstädter. Dann aber setzte sich Friedrichshafen schon früh im zweiten Satz mit 10:8 ab und gab die Führung auch im Laufe des Durchgangs nicht mehr her – zu souverän agierte jetzt der Pokalsieger vom Bodensee, der mit einem Ass durch Simon Tischer das 25:18 zum Satzausgleich erzwang.

Berlin zeigte sich nach dem Seitenwechsel zwar unbeeindruckt und startete mit einer 6:2-Führung in Satz drei. Doch der VfB hatte dem im Laufe des Satzes ein mustergültiges Abwehrspiel entgegenzusetzen, mit dem sie die Hammer-Angriffe des Meisters entzauberten – es war letztendlich ein Monsterblock von Philipp Collin, der den VfB mit 2:1 in Führung brachte (25:18). Das Bild änderte sich auch im finalen Durchgang dieser zweiten Supercup-Partie des Tages nicht, denn Friedrichshafen blieb weiter am Drücker und hatte immer die passenden Antworten auf die BR Volleys-Reaktionen.

Stimmen zum Spiel
Vital Heynen (Trainer VfB Friedrichshafen): „Als erstes möchte ich allen Danken, denn das war eine schöne Kulisse zum Spielen. Eine schöne, volle Halle mit fünf bis sechstausend Leuten, das war perfekt, auch von der Organisation her. Und es fängt schon im zweiten Jahr an, dass meine Mannschaft unbedingt den Supercup gewinnen will. Vor zwei Wochen hatten wir eine Sitzung, ich war ehrlich und habe gesagt: ‚Der Supercup ist mir nicht so wichtig.‘ Die Spieler haben mich gesammelt überstimmt und mich überzeugt. Das zeigt, dass dieses junge Event anfängt, einen Wert zu haben. In Deutschland seid ihr Meister in Kritik: Aber das, was hier gemacht wurde, hat alle meinen neuen Spieler beeindruckt. Sogar mein Co-Trainer aus Polen kam hier rein und hat gesagt: Wow. Ich würde behaupten dieser Supercup und das Pokalfinale: Das ist einzigartig in der Welt.“

Athanasios Protopsaltis (Außenangreifer, MVP vom VfB Friedrichshafen): „Der Schlüssel war, dass wir sehr clever gespielt und versucht haben, die ganze Zeit das Spiel zu kontrollieren. Ich denke, wir sind in einer besseren Form als Berlin, das hat man gesehen. Dieser Titel ist mental sehr wichtig für uns, weil er zeigt, wo wir stehen und worauf wir aufbauen können. Vielleicht denken einige, dass der Supercup nicht so wichtig ist – aber wir glauben daran, dass er sehr wichtig ist für uns, um auch als Mannschaft zusammenzuwachsen.“

Robert Kromm (Kapitän Berlin Recycling Volleys): ”Wir haben ganz gut angefangen heute, den ersten Satz ganz knapp gewonnen und da unsere Stärken ausspielen können. Das war unser Powerplay mit harten Angriffen und Aufschlägen. Ab dem zweiten Satz haben wir leider echt schlecht angenommen, haben unserem Zuspieler das Leben nicht leicht gemacht. Wir sind unpräzise geworden und Friedrichshafen hat viele Chancen bekommen, uns abzuwehren. Das macht es für uns schwer, weil wir nur hinterherlaufen. Wenn die einmal oben auf sind, wird es unheimlich schwer, dann gelingt ihnen auf einmal alles. Wir müssen das jetzt selbstkritisch analysieren und in der Woche daran arbeiten. Dann werden wir zum Saisonstart in Düren ein anderes Team und Spiel sehen.“

Von:  VBL/weg

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