Endlich wieder Pokalsieger: Das Team des Dresdner SC in Mannheim. Foto: DVV

04Mär2018

Pokalfinale: Dresden im Ziel – 3:0 gegen Wiesbaden

Etwas mehr Spannung hätten die rund 11.000 Zuschauer schon verdient gehabt, doch am Ende war auch das Pokalfinale der Frauen eine einseitige Angelegenheit. Der Dresdner SC besiegte den VC Wiesbaden in drei Sätzen mit 25: 21, 25:22 und 25:18 und feierte in der Mannheimer Arena den fünften Pokalsieg seiner Klubhistorie.
Schon vor dem ersten Matchball bei 24:17 legte Dresdens Coach Alexander Waibl seine Taktik-Unterlagen ab, um die Hände zum Jubeln frei zu haben. Wiesbaden wehrte den finalen Punkt noch ab, doch als die Tschechin Eva Hodanova für die Sachsen ihren Angriff zum 25:18 verwandelte hatte, durfte Waibl endlich die Arme hochreißen und seinen siebten Titel als Trainer des DSC bejubeln. In den letzten anderthalb Wochen hatte Dresden mit dem Aus gegen Stuttgart im Viertelfinale des CEV Cups, einem der europäischen Pokalwettbewerbe, gezeigt, dass das Team nicht so stabil ist, wie es sich der Coach vorstellt. Waibl wollte die Niederlagen schnell aus den Köpfen kriegen: „Das hat uns nicht weiter interessiert, wir wollten Pokalsieger werden und haben unsere Arbeit voll darauf abgesteckt.” Waibl wusste, dass es schwer wird: „Wiesbadens Stärke ist die Defensive, da arbeiten sie sehr kompakt. Deshalb brauchen wir ein druckvolles Angriffsspiel und viel Geduld.”
Die hatte sein Team und es hatte vor allem eine überragende Piia Korhonen im Außenangriff. Die Finnin war mit 19 Punkten die stärkste Akeurin des Pokalfinals und nie zu stoppen. Wiesbaden zeigte mit seinen vielen jungen Spielerinnen zu viel Respekt vor dem Favoriten, was auch VCW-Coach Dirk Groß ärgerte: „Das war heute alles eine Nummer zu hoch.”
Groß war enttäuscht: „Das war nicht unsere beste Leistung.” Sein Trainerkollege fand Verständnis für Wiesbadens Auftritt: „Die Wiesbadener haben wahnsinnig gekämpft, haben aber nicht das aufs Parkett bringen können, was in ihnen steckt.”
Dresdens Zuspielerin Mareen Apitz nahm die Kontrahentinnen ebenfalls ein wenig in Schutz: „Sie haben zwar in jedem Satz bis zum Schluss gekämpft, aber am Ende hat die Erfahrung gefehlt.” Für Apitz, die seit Jahren in Dresden zu den Leistungsträgern zählt, ist es erst der zweite Pokaltitel in ihrer Karriere.
Waibl war stolz auf das „nahezu perfekte Spiel” seines Teams: „Wir haben von Anfang an stabil angenommen und wenn wir mal gewackelt haben, war der Vorsprung so groß, dass sich das nicht entscheidend ausgewirkt hat.” So wie in Satz drei, als Wiesbaden fünf Punkte in Führung lag, aber am Ende mit leeren Händen da stand. In den wichtigen Phasen gab es ja auch noch Piia Korhonen, die zuschlagen konnte. Wiesbadens beste Punktesammlerin war Kimberly Drewniok, die mit erst 21 Jahren in Mannheim ihre Endspielpremiere erlebte und ihr trotz der klaren Niederlage etwas Positives abgewinnen konnte: „Wir haben großartiges geleistet und sind stolz, überhaupt hier gewesen zu sein.”
Wie groß die Erleichterung in den Dresdner Reihen war, unterstrich auch DSC-Angreiferin Katharina Schwabe. Das ganze Spiel sei kein Zuckerschlecken gewesen, sagte sie: „Ich bin wirklich froh, dass wir das Spiel 3:0 gewonnen haben. Das gibt uns einen Push, den wir auch für das Meisterschaftsfinale brauchen. Den Titel will ich jetzt auch noch gewinnen.”

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