Es darf gefeiert werden: Die VfB-Spieler und ihre Fans in Mannheim. Foto: Günter Kram

04Mär2018

Pokalfinale: Friedrichshafen feiert Sieg Nummer 31 und Pokaltitel Nummer 15

Der 31. Sieg in Serie, nach dem Supercup im Herbst der zweite Titel der laufenden Saison: Der VfB Friedrichshafen ist und bleibt das Maß aller Dinge im deutschen Männer-Volleyball. Im Pokalfinale in der Mannheimer SAP Arena bekamen die Volleyball Bisons Bühl ihre Grenzen mehr als deutlich aufgezeigt. Mit 3:0 (25:20, 25:8, 25:21) verteidigte Friedrichshafen seinen Titel erfolgreich. Für den Rekordmeister ist es der 15. Pokalsieg, für Trainer Vital Heynen der zweite im zweiten Jahr als Chef auf der Bank.

Heynens Handschrift und Philosophie kam in der einseitigen Partie deutlich zum Tragen. „Die anderen sollen die Fehler machen und sich an uns die Zähne ausbeißen”, sagt der Belgier. Seine Spieler mussten sich nur in Geduld üben, die Fehler der Bühler kamen wie erwartet. Als Friedrichshafens Angreifer David Sossenheimer bei 22:17 Führung den ersten Fehlaufschlag für sein Team machte, hatte sich Bühl in diesem Element schon ein halbes Dutzend geleistet. „Wenn der Gegner die Fehler macht, muss er noch mehr leisten, um sie wettzumachen”, sagt Heynen, „und wir machen eben so gut wie keine Fehler.”

Eine weitere Schwachstelle der Bühler neben dem Aufschlag war der Block. Friedrichshafen fünf Punkte, Bühl einen, so die Bilanz nach Satz eins. Sogar Zuspieler Simon Tischer, eigentlich hauptverantwortlich dafür, seine Angreifer gut in Szene zu setzen, kam auf einen Block- und einen Angriffspunkt. Zu Beginn des zweites Satzes unterstrich Nationalspieler Philipp Collin gleich mit dem ersten Block gegen Masahiro Yanagida die Überlegenheit des VfB. Yanagida, Starspieler aus Japan, war mit 13 Zählern bester Punktesammler Bühls, aber letztlich war es zu wenig. „Wir sind ein junges Team, der Älteste ist erst 25”, sagte Yanagida (25). Bühls Trainer Ruben Wolochin blieb nichts anderes, als immer wieder durch Spielerwechsel etwas ändern zu wollen. Alles vergebliche Liebesmüh, davon ließ sich der Rekordmeister nicht aus der Ruhe bringen. Über den der Trainer auch noch selbstbewusst sagt: „Unsere Abwehr ist die beste in Europa.”

Vital Heynen wechselte auch fleißig durch, aber nur, um seiner zweiten Garde die Chance zu geben, sich vor den 11.354 Zuschauern präsentieren zu können. Einen Niveauabfall gab es nicht, im Gegenteil, ein 25:8 in einem Pokalfinale kommt einer Lehrvorführung gleich. „Das war etwas zu deutlich”, so Heynen, „danach machte sich das Gefühl breit, schon gewonnen zu haben.” In der Folge musste sich sein Team wieder mehr anstrengen und setzte sich erst bei 16:16 ab. Bühl hatte sich etwas gefangen und Zuspieler Mario Schmidgall (19) konnte anschließend sagen: „Wir wollten zeigen, dass wir auch was können und hier nicht untergehen.” Schmidgalls Kontrahent beim VfB, Simon Tischer, ist schon 35 Jahre alt, freute sich aber wie ein Jungspund über den Titel: „Im Vorfeld hat jeder davon geredet, als hätten wir schon gewonnen. Aber auch den 31. Sieg mussten wir uns erst einmal erarbeiten.” Zumal für viele die Kulisse ungewohnt sei, sagte er. Was sein Trainer anders sieht: „Ich glaube, es ist egal, ob wir in einer kleinen, großen, kurzen oder langen Halle spielen. Das macht meinem Team nichts aus.”

Tischer freute sich nicht nur auf eine intensive Pokalfeier, sondern auch über drei freie Tage. Die Pause tut not, denn die wahren sportlichen Herausforderungen stehen dem VfB noch bevor. Am Freitag bekam Friedrichshafen in der Champions League in der Play-off-Runde der besten Zwölf die Berlin Recycling Volleys zugelost und damit den härtesten Konkurrenten auf nationaler Ebene. Die Duelle in der Königsklasse finden in den nächsten zwei Wochen statt, dazwischen treffen der Bundesliga-Tabellenführer und der Zweite noch in der Liga aufeinander. Für Heynen zählt am Ende der Saison nur die Meisterschaft und sonst nichts. Die hatte er im letzten Jahr gegen die Berliner verloren. Den Pokalsieg nimmt er gerne mit, „damit haben wir jetzt zumindest Ruhe im Umfeld und können uns auf den Meistertitel fokussieren.”

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