Zwei Überflieger: Louisa Lippmann und Lukas Kampa

18Dez2018

Volleyballer des Jahres: Louisa Lippmann und Lukas Kampa

Die Leser des Volleyball-Magazins und die User unserer Website www.volleyball.de haben entschieden: Louisa Lippmann (Il Bisonte Firenze/ITA) und Lukas Kampa (KS Jastrzebski Wegiel/POL) sind die Volleyballer des Jahres 2018! Während es für Kampa die dritte Auszeichnung nach 2015 und 2017 ist, ist es für Louisa Lippmann die zweite nach 2017.

Wahlergebnis Frauen (Vorjahresplatzierung in Klammern)
1. (1.) Louisa Lippmann (34 Prozent)
2. (5.) Jennifer Geerties (15 Prozent)
3. (2.) Maren Fromm (12 Prozent)
4. (4.) Lenka Dürr (10 Prozent)
5. (3.) Denise Hanke (8 Prozent)

Wahlergebnis Männer (Vorjahresplatzierung in Klammern)
1. (1.) Lukas Kampa (31 Prozent)
2. (3.) Christian Fromm (19 Prozent)
3. (–) David Sossenheimer (16 Prozent)
4. (2.) Georg Grozer (12 Prozent)
5. (–) Julian Zenger (9 Prozent) 

Mehr zur Wahl ist nachzulesen in der Januar-Ausgabe des VM, die am Donnerstag (20. Dezember) erscheint. Darin lesen Sie, wie die ersten Jugendtrainer das Talent der heutigen Volleyballer des Jahres entdeckt haben.

Jörg Borgstädt, Trainer des Post SV Bielefeld, über Louisa Lippmann: „Als sie zu uns kam, konnte sie technisch wirklich nichts. Ich habe mit ihr tatsächlich bei null angefangen, sie war ein absoluter Beginner. Trotzdem hast du natürlich sofort gemerkt, was da für ein riesiges Potenzial schlummert. Wenn du als Trainer siehst, wie sie als 13-jähriges Mädchen Stabilisierungs- und Kräftigungsübungen absolviert hat – da konntest du das Talent überhaupt nicht übersehen. … Sie war ungeheuer wissbegierig und wartete ständig auf Input. Sie war nicht die klassische Ballsportlerin, die schon mal Fußball, Tischtennis oder Basketball gespielt hatte. Aber trotzdem war sie in der Lage, die Dinge gut umzusetzen. Sie hat erstaunlich große Schritte gemacht und mir war schnell klar, dass sie es mit diesen physischen Voraussetzungen weit bringen kann. … Neben ihrer tollen sportlichen Entwicklung finde ich es wirklich schön, zu beobachten, dass auch die menschliche Komponente stimmt. Ich habe zwar keinen wirklich engen Kontakt zu ihr, aber als ich sie in Schwerin besuchte, war es wohltuend, zu sehen, dass Louisa immer Louisa geblieben ist. Wer mit ihr zu tun hat, kann gar nicht den Eindruck gewinnen, sie sei in irgendeiner Form abgehoben. In allen ihren Mannschaften kommt sie auf ihre natürlich-sympathische Art super an. Auch das macht sie aus. Als Sportlerin und als Mensch. 

Michael Beckebom, Trainer des VfL Telstar Bochum: Ende der 90er war das, sein älterer Bruder David spielte damals schon bei mir beim VfL Telstar Bochum. Dadurch kam ich mit Lukas Vater ins Gespräch. Ulli Kampa, der in den 70ern mal Nationalspieler war und mir erzählte, er habe da noch einen zweiten, jüngeren Sohn, der aber mit Leidenschaft Fußball spiele. Er als Volleyballer würde sich natürlich freuen, wenn er auch seinen Sport mal ausprobiere. Der Vater hatte da ehrlich gesagt, wenig Hoffnung, denn Lukas kickte mit Feuereifer und war wohl auch wirklich gut. … Was mir vom ersten Tag an aufgefallen ist, wie schnell und koordinativ veranlagt dieser Junge war. … Dass Lukas irgendwann als Zuspieler die Fäden ziehen würde, war zu dem Zeitpunkt noch nicht abzusehen. … Schon als er bei mir mit Volleyball begann, war Lukas sehr fokussiert, ohne jemals verbissen zu wirken. Man darf das nicht falsch verstehen: Lukas war schon bereit, für den Erfolg hart zu arbeiten und dafür alles zu geben. Er gehörte aber nicht zu diesen Jugendlichen, die ständig Schaum vorm Mund haben, weil sie ihre Energie und ihre Aggressionen nicht kanalisieren können. Man kennt das ja, wenn sich die Burschen selbst im Weg stehen. Diese Balance, die gerade für junge Männer schwierig zu bewältigen ist, hat Lukas wirklich hervorragend hinbekommen. Natürlich wollte er gewinnen, er blieb dabei aber immer fair und stritt nie mit den anderen. … Ich habe ihn dann ungefähr 15 Jahre nicht mehr gesehen. Erst beim Training am Vorabend des Pokalfinales 2007 in Halle, wo er am nächsten Tag mit dem Moerser SC gegen Friedrichshafen antrat, habe ich ihn wiedergetroffen. Ich war dort zum A-Trainer-Lehrgang, und wir schauten uns das Training beider Mannschaften an. Ich hatte inzwischen den Verein gewechselt und war nicht sicher, ob er mich nach dieser langen Zeit überhaupt noch erkennen würde. Aber er kam direkt freudestrahlend auf mich zu und rief „mein Entdecker”. Klar, da ist man als Trainer natürlich stolz. Es war für mich ein schöner Moment. Ich mag an Lukas, dass er trotz seiner Erfolge zu keiner Zeit abgehoben ist. Als wir ihn vor zwei Jahren baten, uns bei der Eröffnung unseres neuen Beachplatzes zu besuchen, hat er sofort zugesagt.”

 

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